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ETEP steht als Abkürzung für Entwicklungstherapie und Entwicklungspädagogik. Es handelt sich hierbei um ein Programm zur Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Das Programm „Developmental Therapy“ wurde in den 70er Jahren von Prof. Mary M. Wood in Georgia, USA entwickelt und in den 90er Jahren von Dr. Marita Bergsson ins Deutsche übersetzt und an unser Schulsystem angeglichen.

Das Programm soll dabei helfen, den Blick noch mehr auf das Kind und seine Entwicklung zu legen, um es so besser individuell unterstützen zu können.

So bilden 4 Leitgedanken die Grundlage für das ETEP-Programm:

    1. Den Blick auf die Stärken richten!

Indem wir die Stärken eines Kindes in den Blick nehmen, können wir sein Selbstvertrauen fördern und so gesunde und entwicklungsangemessene Verhaltensweisen mit ihm aufbauen.

     2. Der Entwicklungslogik folgen!

Jedes Kind durchläuft im Laufe seines Lebens Entwicklungsstufen. Wie und wann ein Kind diese Entwicklungsstufen erreicht, ist jedoch von biologischen Voraussetzungen und sozialen Vorerfahrungen abhängig. Wir können die Kinder also viel besser in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen, wenn wir ihre Individualität innerhalb der typischen Entwicklungsverläufe berücksichtigen.

     3. Freude und Erfolg gewährleisten!

Durch eine Motivation mithilfe von positiven Erfahrungen ermuntern wir Kinder angemessene Verhaltensweisen auszuprobieren und beizubehalten. Denn zufriedene Kinder lernen gerne und besser.

     4. Für bedeutsame Erfahrungen sorgen!

Positive Lernerfolge müssen auch in der Lebenswelt der Kinder standhalten, damit sie diese als bedeutsame Erfahrung wahrnehmen, die ihnen ein zufriedenstellendes Ergebnis erbringen.

 

So setzen wir ETEP an der Clemensschule um:

Seit 2016 nimmt unsere Schule an dem ETEP-Programm teil. Mittlerweile haben 8 Kolleginnen das Zertifikat absolviert. Uns ist wichtig, dass wir jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend wahrnehmen und fördern. Das versuchen wir auch bei der Planung und Gestaltung unseres Unterrichts zu berücksichtigen.

In allen Klassen wurden Klassenziele eingeführt, an denen die Kinder nach ihrem Entwicklungsstand während dem Schulalltag arbeiten können. Dadurch erfahren die Kinder gemeinsam einen positiven Lernerfolg, der die Klassengemeinschaft stärkt. Zudem werden sie angeleitet, sich gegenseitig angemessen ein Feedback in Bezug auf das Klassenziel zu geben, wodurch ihr Blick auf die eigenen Stärken gelenkt wird.

Ein weiteres Element, das wir in den Schulalltag integriert haben, ist die „positive Sprache“. Indem klare und positive Handlungsaufforderungen formuliert werden, erhalten die Kinder eine Orientierung für angemessenes Verhalten in bestimmten Situationen. Ebenso kann positives Verhalten so hervorgehoben und gefördert werden.

Schon bevor wird mit dem ETEP-Programm begonnen haben, haben wir unser Pausenkonzept überarbeitet und nach einer Möglichkeit gesucht, allen Kindern eine ruhige und entspannte Pause zu ermöglichen. Dazu haben wir nun mehrere Pausenräume eingerichtet:

  1. Ruheraum: Kinder, die aus verschiedenen Gründen noch mit der Situation auf dem Schulhof überfordert sind, erhalten hier die Möglichkeit, in einer ruhigen Atmosphäre ihre Pause in einer Kleingruppe zu verbringen. Dabei können sie lernen sich nach und nach in eine Gruppe zu integrieren und an Spielen angemessen teilzunehmen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Prävention, um unnötigen Streit auf dem Schulhof zu vermeiden.

  2. Freio-Raum: Kinder, die auf dem Schulhof in Konflikte geraten und diese nicht alleine lösen können, erhalten hier die Möglichkeit, gemeinsam mit einer ETEP-Kraft, den Konflikt in einem Einzelgespräch zu bewältigen. Dabei können sie in einem geschützten Rahmen, verschiedene Lösungsmöglichkeiten ausprobieren und so angemessen in die Großgruppe zurückkehren. Der Vorteil an diesem Raum besteht darin, dass den Kindern eine direkte Hilfe im Streit angeboten werden kann.

In Einzelfällen wird regelmäßig der ELDiB ausgefüllt, um Förderziele zu ermitteln und zu evaluieren. Zur Unterstützung im Schulalltag erhalten einige Kinder Einzelziele, mit denen sie an ihren individuellen Entwicklungszielen arbeiten.

 

Was ist ein ELDiB?

Um die Kinder in ihrer Entwicklung noch mehr zu unterstützen und auf ihre Bedürfnisse besser eingehen zu können, kann ein sogenannter ELDiB (Entwicklungspädagogischer Lernziel-Diagnosebogen) ausgefüllt werden. Dieser Diagnosebogen dient dazu, die sozial-emotionale Entwicklung eines Kindes bzw. Jugendlichen zwischen Geburt und 16. Lebensjahr einzuschätzen. Dabei werden verschiedene Items in den Bereichen Verhalten, Kommunikation, Sozialisation und Kognition eingeschätzt, anhand derer sich die aktuelle Entwicklungsstufe des Kindes ermitteln lässt. Die Entwicklung eines Kindes wird in fünf Stufen unterteilt, die jedes Kind natürlich durchläuft. Anhand des Alters sowie der, in den Teilbereichen erreichten, Entwicklungsziele kann sich ableiten lassen, in welcher Entwicklungsphase sich das Kind befindet. Mit diesem Wissen kann man die Förderung ganz individuell auf das Kind abstimmen. Der ELDiB dient sowohl zur Ableitung von individuellen Förderzielen und -maßnahmen als auch zur Dokumentation des sozial-emotionalen Entwicklungsfortschrittes.

Auch hier kommen die Stärken des Kindes wieder zum Tragen, da ein Förderziel stets so gewählt wird, dass das Kind bereits in der Lage ist, an diesem auch zu arbeiten. So wird eine Überforderung vermieden und das Kind sukzessive auf das Erreichen der nächsten Entwicklungsziele vorbereitet und dabei unterstützt.

 

Weiterführende Quellen:

http://www.etep.org/programm

https://www.developmentaltherapyinstitute.org/about/mission-history/

https://www.heinrich-boell-schule.eu/entwicklungspaedagogischer-unterricht-epu/

https://bodelschwinghschule.com/profil/etep/

 

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