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In den vergangenen Wochen haben an der Clemensschule die Radfahrtrainings der vierten Schuljahre stattgefunden. Diese werden begleitet von der Polizistin Frau Ziemek, die vor allem die praktischen Elemente anleitet. Die Theorie wird im Klassenverband im Rahmen des Sachunterrichtes thematisiert. Wir haben Frau Ziemek interviewt um einige wichtige Informationen für Sie bereit zu stellen.

 

Wgd: Frau Ziemek, herzlichen Dank, dass Sie uns Rede und Antwort zur Radfahrprüfung stehen.

Ziemek: Sehr gern, aber inzwischen verwenden wir den Begriff der Radfahrprüfung nicht mehr, sondern sprechen von einem Radfahrtraining, das die SchülerInnen absolvieren.

Wgd: Worin liegt diese Veränderung des Wortes begründet?

Ziemek: Das Wort Prüfung legt nahe, dass die Kinder danach kompetente Radfahrer im Straßenverkehr seien. Sie sind ja dann „geprüft“.

Wgd: Dem ist nicht so?

Ziemek: Nein. Zwischen dem 10 und 14 Lebensjahr wird das Kind erst allmählich zum Radfahrer im Straßenverkehr, da viele Fähigkeiten wie eine räumliche Orientierung oder eine Entscheidungssicherheit mit mehreren Variablen erst entwickelt werden, denn vorher besitzt das Gehirn die nötige Reife noch nicht. Auch die Körpergröße spielt für den Überblick im Straßenverkehr, das Sehen und Gesehen werden eine wichtige Rolle.

Wgd: Was empfehlen Sie also den Eltern unserer Viertklässler, um die Sicherheit ihrer Kinder im Straßenverkehr zu unterstützen?

Ziemek: Jede Strecke, die die Kinder langfristig alleine fahren sollen, z.B. an die weiterführende Schule, sollte vorher gemeinsam gefahren, besprochen und geübt worden sein. Dabei ist wichtig, dass auch verschiedene Tageszeiten berücksichtigt werden. Die Verhältnisse an einem Sonntagnachmittag sind ganz andere, als im Berufsverkehr.

Wgd: So gehen Sie auch während der Trainings bei uns vor, oder?

Ziemek: Ja genau. Es gibt verschiedene Trainingsstrecken von leicht nach schwer. Die Strecke wird zunächst erklärt und dann mit Unterstützung von Streckenposten, die Hinweise geben, gefahren.  Letztlich sollen die SchülerInnen die Strecke dann selbstständig fahren. In Horrem fahren die Kinder eine verhältnismäßig schwierige Strecke, weil es ein sehr dichtes Verkehrsaufkommen gibt.

Wgd: Da wird ja dann einiges von den Kindern verlangt. Wie würden Sie den Lernfortschritt unserer SchülerInnen beschreiben?

Ziemek: Sehr positiv! Die Kinder machen eine große Entwicklung in dieser Zeit. Auch ängstliche Kinder machen die Erfahrung, dass sie die Strecken selbstständig fahren können und werden so zunehmend selbstsicher im Straßenverkehr. Alle Kinder wachsen an der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und die möglichen Fehler der anderen Verkehrsteilnehmer einzubeziehen.

Wgd: Was können die Eltern tun, um eine gute Grundlage für den Weg ihres Kindes zum kompetenten Radfahrer zu legen?

Ziemek: Kindern, die zu Fuß schon früh selbstständig im Straßenverkehr unterwegs sein dürfen, gelingt die Übertragung der Erfahrungen auf das Radfahren besser. Hier ist es wichtig, die Selbstständigkeit zu fördern. Darüber hinaus ist es natürlich wichtig, dass das Kind die notwendigen motorischen Kompetenzen besitzt (sicher auf- und absteigen, bremsen, Handzeichen geben) und sein Fahrrad gut kennt. Übung macht natürlich den Meister. Wenn Sie als Familie und Eltern viel mit dem Fahrrad fahren und die Kinder mit ihnen gemeinsam Strecken (auf der Straße) fährt, fördert das ebenso die Sicherheit.

Wgd: Zum Stichwort Sicherheit: Welche weiteren Tipps haben Sie?

Ziemek: Natürlich sollte das Fahrrad gut zur Größe Ihres Kindes passen. Das heißt, mindestens die Zehenspitzen sollten den Boden berühren. Gleiches gilt für den Helm. Die Größe muss passen UND er muss individuell eingestellt sein. Natürlich wird es für Kinder eher zur Selbstverständlichkeit einen Helm zu tragen, wenn auch die Eltern mit gutem Vorbild voran gehen. Zum Thema Sichtbarkeit empfehle ich fluoriszierende Helme, Regenjacken oder Fahrräder…Denn Warnwesten werden schnell uncool.

Wgd: Überprüfen Sie auch die Verkehrssicherheit der Räder?

Ziemek: Ja genau. Toll ist es natürlich, wenn Kinder mit einem verkehrssicheren Fahrrad starten. Wir schauen aber auch gemeinsam die Räder an und es können im Laufe der Zeit noch Veränderungen vorgenommen werden. Jedes Fahrrad, das im Verlauf des Radfahrtrainings verkehrssicher ist oder gemacht wird bekommt ein entsprechendes Siegel auf den Rahmen geklebt.

Wgd: Vielen Dank Frau Ziemek für das Interview und ihre professionelle Arbeit mit unseren SchülerInnen.

Ziemek: Ich bedanke mich bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit und reibungslose Organisation. Es ist auch toll, wie viele Elternhelfer immer bereitstehen. Ohne diese wäre das Radfahrtraining nicht möglich.

 

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